SG Baustert - SG Saartal 3:6 (0:5)

Alle neune und ein Viererpack in 27 Minuten

Und hoch das Bein: Lukas Kramp (links) FOTO: HANS KRÄMER

Quelle: Volksfreund - Autor: JÜRGEN C. BRAUN | 23.05.2022

Bilder zum Spiel

Während sich Millionen Fußball-Fans in Deutschland am Fernseh-Bildschirm versammelt hatten, um dem DFB-Pokalfinale zwischen dem SC Freiburg und RB Leipzig beizuwohnen, kämpfte die SG Baustert/Oberweis/Bettingen zu Hause gegen die Gäste von der SG Saartal um ihre wohl letzte Chance auf den Klassenverbleib in der Fußball-Bezirksliga. Durch die 2:4-Niederlage des Abstiegskonkurrenten SG Kyllburg/Badem/Gindorf am Vorabend beim SV Konz hätten die Westeifeler mit einem Sieg zwei Spieltage vor Schluss noch einmal bis auf zwei Punkte herankommen können.

Doch schon nach wenigen Minuten war klar, dass aus diesem Vorhaben nichts werden würde. Weil die SG Saartal hellwach war. „Wir hatten uns geschworen, von Anfang an volle Pulle zu gehen, um keine Zweifel aufkommen zu lassen“, sagte Gäste-Trainer Heiko Niederweis. Und genau das taten seine Spieler dann auch. Lukas Kramp und Dominik Lorth machten in den ersten Minuten schnell klar, dass es nur einen Sieger geben würde.

Am Ende der ersten Halbzeit stand es 5:0 für die Gäste – Kramp schnürte dabei binnen 27 Minuten einen Tore-Viererpack. Den Hausherren muss man zugutehalten, dass sie sich nach der Pause nicht weiter vorführen lassen wollten. Die SG ,Bob‘ machte trotz des aussichtslosen Rückstands nach den ersten 45 Minuten im zweiten Spielabschnitt noch einmal ordentlich Druck. Ergebnis war dann ein munteres Scheibenschießen auf beiden Seiten. Der ,Tag der offenen Tür‘ endete dann schließlich mit 6:3 für die Gäste, die in den letzten 25 Minuten nach einer Roten Karte gegen den Ex-Eintrachtler Christoph Anton (rüdes Einsteigen) in Unterzahl spielen mussten. „Es war sein Startelf-Debüt nach langer Verletzung. Schade, dass es so enden musste. Es war ein Foul, keine Frage. Aber Christoph wurde vorher auch oft sehr hart an der Grenze des Erlaubten angegangen. Da hätte es Dunkelgelb beim ersten Vergehen auch getan. Das meinte auch sein Gegenspieler“ sagte Coach Niederweis.

Auf der Gegenseite sah Trainer Claudio Zornio, der die Spielgemeinschaft auch in der nächsten Saison coachen wird, eine Mannschaft, die sich nicht aufgab: „Ich wollte sehen, wer auch in der nächsten Saison noch bereit ist, mitzuziehen.“

SG Baustert/Oberweis/Bettingen: Christian Poss – Oliver Stockemer, (38. David Wagner), Sven Schröder, Martin Esch, Dennis Gansen, Tobias Pauls, Luca Eichner, Tim Hoffmann, (38. Stefan Valentin), Felix Metzen, Marcel Friedrich, (Simon Lehnen), Salvatore Mule

SG Saartal: Jonas Krista – Tomas Beck, Lucas Jakob, Max Jacobs, (78. Tobias Wagner), Dominik Lorth, Christoph Anton, Lukas Kramp, (88. Jeffrey Alken), Gero Müller, Fabian Müller, Julian Thielen, Alec Webel

SG Baustert – SG Saartal 3:6 (0:5)

Quelle: 11er-online.de- Autor: 11er-online.de | 23.05.2022

Nach dem 3:6 gegen ersatzgeschwächte Saartaler, die ein halbes Dutzend Stammspieler aus diversen Gründen ersetzen mussten, ist die SG Baustert quasi abgestiegen. Den fünfletzten Platz kann die Mannschaft von Claudio Zornio nicht mehr erreichen.

Wenn man noch Viertletzter werden will, muss die SG BOB die beiden letzten Spiele gewinnen und darauf hoffen, dass Badem kein Punkt mehr holt. Angesichts der Heimpartie der Reiter-Elf gegen das bereits abgestiegene Ralingen, die sie problemlos gewinnen sollte, ist dieses Szenario nur Wunschdenken. Der Trainer der Eifeler sieht die Konstellation ähnlich. „Wir haben gegen Saartal die große Chance, Wallendorf und Badem mehr unter Druck zu setzen, vertan und diesen Charaktertest nicht bestanden. Das Auftreten ist traurig und niederschmetternd. Diese Niederlage trifft mich in Mark und Bein. So ist es rein rechnerisch nicht mehr möglich, die Klasse zu halten, wenn man von fünf Absteigern ausgeht. Das muss man einfach mal jetzt akzeptieren. Doch wir wollen uns anständig verabschieden aus der Liga.“ Zornio verweis in diesem Zusammenhang darauf, dass „wir bereits gegen Ralingen und Ruwertal desolate Leistungen gezeigt haben, aber das, was wir gegen Saartal abgeliefert haben, ist indiskutabel und hatte C-Klassen-Niveau.“ Harte Worte von Zornio, der mit seinem Team den schweren Gang in die A-Klasse Eifel antreten muss, wenn nicht irgendein Fußballwunder passiert. Doch drei Mannschaften erwischt es in jedem Fall. Der Coach der Bausterter, der erst im Winter das Zepter von Thorsten Schmitz übernahm, und dann ordentlich punktete, sprach nach der Partie von der „schlechtesten Saisonleistung. Die Art und Weise in so einem Alles-oder-Nichts-Spiel hat mich geärgert. Da war kein Wille, keine Hingabe und kein Charakter, sich gegen eine Niederlage zu stemmen. So muss man anerkennen, das man mit so einer Leistung in der Bezirksliga nichts verloren hat.“

Doch von vorn. In einem einseitigen Spiel legte Saartal bereits zur Halbzeit ein 5:0 vor, wobei Lukas Kramp nicht nur ein lupenreiner Hattrick, sondern gleich vier Tore gelangen. In der zweiten Minute profitierte Dominik Lorth von einem Pass von Alec Webel (2.), elf Minuten später legte Lorth nach einem Fehlpass der Bausterter in der eigenen Hälfte für Kramp vor – 0:2 (13.). Nach Steckpass von Lorth machte es Kramp in der 24. Minute zum 3:0 dunkel. Nach einer halben Stunde machte der wieselflinke Stürmer der Gäste den Hattrick perfekt. Und fünf Minuten vor der Pause stand Kramp nach Vorarbeit von Lorth erneut richtig und markierte seinen 31. Saisontreffer – 0:5 (40.). Max Jakobs machte in der 55. Minute mit dem 6:0 das halbe Dutzend voll, ehe Martin Esch auf 1:6 verkürzte (57.). Nach einem Foul sah Saartals Christoph Anton die glatt rote Karte (63.), sodass die Gäste fast 30 Minuten in Unterzahl auskommen mussten. Das nutzte Baustert aus und erzielte in der Schlussphase durch Felix Metzen die Tore zum 2:6 (80.) und 3:6 (90.). „Saartal war keine Übermannschaft und hat absolut verdient gewonnen. Doch mit Leidenschaft und Offensivdrang wäre es möglich gewesen, sie zu schlagen. Es war eine unterirdische Leistung, für die ich fast keine Worte finde“, bilanzierte Claudio Zornio. Saartals Coach Heiko Niederweis war zufrieden. „Wir wollten in der ersten Habzeit ein Feuerwerk abbrennen und früh eine Entscheidung erzwingen. Das ist uns gut gelungen. Da hätten wir auch mit sieben oder acht Toren in die Halbzeit gehen können.“ Denn allein in der ersten Halbzeit trafen Webel die Latte sowie Lorth den Pfosten. „Nach der roten Karte, die ich für überzogen bewertet sah, war ein Bruch in unserem Spiel. Die Abstände waren zu groß. Jeder hat einen Schritt weniger gemacht. Die Kraft hat natürlich auch nachgelassen, weil wir personell arg gebeutelt sind und einen derart dünnen Kader haben. Die letzte halbe Stunde haben wir in Unterzahl gespielt. Baustert hat sich seine Tore dann aber auch absolut verdient. Unser Sieg hätte zweistellig ausfallen können und war zu keiner Zeit gefährdet.“

Zurück